Sokratische Praxis: Das Urteilen befragen
„Dienstags im Foyer“ Spezial
12.05.2026 | 20 Uhr | Foyer
Ein Abend zur Anwendung der sokratischen Methode
Im Mittelpunkt des Abends steht die sokratische Methode, das sokratische Gespräch – jenes gemeinsame Prüfen, Unterscheiden und Klären, wie es Sokrates durchführte und von Leonard Nelson als philosophische Methode ausgearbeitet wurde.
Dies geschieht an dem Abend nicht nur im Allgemeinen, sondern ausgehend von konkreten Beobachtungen im Konkreten: anhand von Beispielen aus der philosophischen Praxis von philosophischen Praktikern selber (Gerd B. Achenbach), die zunächst einfach erscheinen mögen – und aber gerade darin Fragen aufwerfen: was gut, was richtig, was passend ist, in der Situation.
Was meinen wir, wenn wir in einem solchen Fall urteilen? Worauf stützen wir uns? Und hält das, was wir sagen, einer genaueren Prüfung stand? Das gemeinsame Gespräch folgt dabei keiner vorgegebenen Lösung. Es entwickelt sich Schritt für Schritt, tastend, fragend, prüfend.
Dabei treten dann die Schwierigkeiten deutlicher hervor: auch die Neigung, vorschnell zu urteilen; das Ausweichen vor unklaren Voraussetzungen; das Bedürfnis, zu einem Ergebnis zu kommen, bevor die Frage hinreichend geklärt ist.
So richtet sich der Abend, auf den Vollzug des Denkens selbst. Auf das, was geschieht, wenn wir versuchen, einen Gedanken wirklich festzuhalten und zu prüfen. Der Abend versteht sich in diesem Sinne als Denkraum: ein Ort, an dem konkrete einzelne Fälle zum Anlass werden, das eigene Urteilen zu untersuchen – und im gemeinsamen Gespräch zu klären, was sich sagen lässt und was vielleicht offen bleiben muss.
