Den Anfang finden: Auf den Spuren der Stoa mit Epiktet und Seneca
Den Anfang finden: Auf den Spuren der Stoa
Epiktet und Seneca
08.09.2026 | 20 Uhr | Foyer
„Dienstags im Foyer“ Spezial
Der Abend versucht erneut, einen Denkraum in der Spur der Stoa zu öffnen – diesmal mit Epiktet und Seneca, die das sokratische Fragen in die Prüfung des eigenen Lebens überführten.
Womit fängt Philosophie an? Epiktets Antwort ist von entwaffnender Nüchternheit: mit dem Bewusstsein, dass uns gerade in dem, was not tut, das Wissen fehlt – und dass wir es am wenigsten merken, weil in den Fragen des Lebens jeder längst eine Meinung hat. Wer vom Dreieck nichts versteht, behauptet nichts darüber zu wissen; darüber aber, was richtig und falsch sei, redet nahezu jeder mit.
Beobachtungen dieser Art lassen sich nicht vortragen. Sie wollen geprüft werden – miteinander, im Gespräch, wie es Sokrates begründete und Leonard Nelson methodisch fasste. So versteht sich auch dieser Abend: nicht dozierend, sondern im Vollzug des gemeinsamen Fragens – Schritt für Schritt, tastend, prüfend, ohne vorgegebene Lösung, mit der Freiheit, offen zu lassen, was offen bleiben muss. Einige Zeilen Epiktets und Senecas – selbst nichts anderes als aufgezeichnete Gespräche – dienen gehört als Anstoß; und liegen auf dem Tisch, um zur Hand zu sein, wenn das Gespräch nach ihnen greift.
So wird der Abend zu einem Übungsraum: ein Ort, an dem sich im gemeinsamen Fragen zeigt, was sich sagen lässt – und was vielleicht offen bleiben muss. Nicht als Auskunft darüber, wie zu leben sei – sondern als Einladung, sich dieser Frage gemeinsam auszusetzen. Vielleicht mit jenem leisen Eingeständnis im Ohr, das sich bei Seneca findet: „Mir selbst bin ich noch nicht Freund.“
