Der Rhein fließt ins Mittelmeer
Film und Gespräch
09.11.2026 | 18 Uhr | Kleiner Saal
Eintritt frei – Spenden erwünscht
Film und Gespräch „Der Rhein fließt ins Mittelmeer“ (Offer Avnon, Israel 2021, Dok, 95 Min), in Anwesenheit des Regisseurs
Den 9. November auf eine andere Art begehen – das Zentralwerk und die sächsische Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus (sLAG) laden ein: Film schauen, genau hinsehen und gemeinsam darüber sprechen, was sich uns dadurch eröffnet.
18:00 Uhr Filmvorführung
19:30 Uhr Pause mit Suppe
20:00–21:00 Uhr Gespräch und Austausch
Wir zeigen noch einmal „Der Rhein fließt ins Mittelmeer“, eine Reise auf den Spuren der Shoah, die durch Deutschland, Polen und schließlich nach Israel, ins Heimatland von Offer Avnon, führt. Zehn Jahre hat er in Köln gelebt, und sein Aufenthalt in Deutschland – dem Land, für das er als Sohn eines Holocaust-Überlebenden widersprüchliche Gefühle hegt – hat ihn zu diesem sehr persönlichen Dokumentarfilm motiviert, der auch das schwierige Zusammenleben von israelischen Juden und Arabern reflektiert.
Die Protagonisten sind zum einen Menschen, die seinen Weg eher zufällig gekreuzt haben – etwa eine Nachbarin und ein ehemaliger Bundeswehrsoldat – zum anderen solche, denen er selbst nahesteht: Weggefährten, Freunde, Familienangehörige. Die Gespräche balancieren zwischen präziser Fragestellung, genauer Beobachtung und Momenten der Stille, zwischen Gesagtem und Gefühltem, während die Bilder von Orten, Landschaften und Objekten eine Poesie entfalten, die einen weiten Raum für Assoziationen öffnet.
Offer Avnon führt uns auf diese Weise beinahe unmerklich dorthin, wo die Shoah bis heute nachwirkt: ins Bewusstsein der Gesellschaft, ins Bewusstsein jedes Einzelnen, wo Angst und Gewalt weiterhin ihren Platz haben.
Gerade vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen wollen wir den Film zum Ausgangspunkt für ein gemeinsames Gespräch im Anschluss an das Screening nehmen: Was kann Film? Welche Perspektiven eröffnet uns „Der Rhein fließt ins Mittelmeer“? Was wird sichtbar, hörbar oder auch spürbar, was davon können andere Formen des Erinnerns vielleicht nicht vermitteln? Wie können wir den 9. November heute begehen, mit welchen Perspektiven auf Geschichte und Gegenwart, und gelingt es uns, Wahrnehmung und Erinnerung neu zu betrachten?
Mehr zum Film: https://www.offeravnon.com/
Eine Kooperation der sächsischen Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Zentralwerk e. V.
