open space* |||||||||||| Freie Geselligkeit

leider bis auf Weiteres verschoben!

Jeden ersten Mittwoch im Monat

20:30 Uhr im Foyer, Heidestrasse 2

 

Liebe Freunde und Interessierte.

Willkommen zur “Freien Geselligkeit”.

Es ist ein offener Treffpunkt für Austausch, Diskussion und Geselligkeit, zu dem wir herzlich einladen!

Hier könnt Ihr das Zentralwerk und seine Künstler*innen und Bewohner*innen kennenlernen und/ oder Euch selbst einbringen.

Um 20:30 Uhr beginnt pünktlich die Präsentation einzelner Künstler*innen, Interessensgruppen oder einer Person, der es am Herzen liegt ins Gespräch zu kommen. Anschliessend (nach 30-40 Minuten) folgt eine Gesprächsrunde, in der das Präsentierte diskutiert, ergänzt, besprochen werden soll. Der Ausklang dient dem freien Austausch von Ideen, Impulsen und Fragen …und natürlich der Geselligkeit 😉

Wer oder was wird gezeigt? Lasst Euch überraschen!

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Zum Namen”Freie Geselligkeit”
Ausschnitt aus Markus Fauser: Das Gespräch im 18. Jahrhundert. Rhetorik und Geselligkeit in Deutschland

“Gemeinschaft und Individuum in freier Geselligkeit
“Ordentliche Dachstuben-Wahrheit” erwarte den Besucher, das versprach Rahel Levin den Geselligen in ihrem ersten Berliner Salon. Wie Madame de Stael in ihrem Deutschlandbuch, wie Karoline de la Motte Fouque in ihrer Entgegnung auf die französische Salonkünstlerin, wie ihre Rivalin Henriette Herz, hielt auch Rahel den Umgang “für das Menschlichste im Leben dessen Inbegriff, der im geselligen Scherzen und Lachen seinen reinsten Ausdruck findet.
Sie verherrlicht in späteren Äußerungen das französische Vorbild, “Ich bin der größte Franzosenleben-Schätzer”, sie preist “urbane Zerstreuungen, ein erwünscht geselliges Fortreißen und kann in Madame de Staels Kritik an den deutschen Verhältnissen nichts anderes erkennen als den “lyrischen Seufzer, nicht die Conversation in Paris machen zu können. Die Geselligkeit bedingt die Persönlichkeit, anders läßt sich für Rahel deren Bedeutung nicht bestimmen: “Wenn mir also die Geselligkeit beschädigt ist, bin ich es; wer mir die verdirbt, verdirbt mich: mein eigentlichstes Ich.”
So sehr ist sie von der Geselligkeit als Lebensform durchdrungen, daß sie nur zwei Arten von Gesprächen zulassen will, “innige von Menschen zu Menschen” auf der einen, “sinn- und geistreiche Schlagreden auf der andem Seite. Beide, das vertraulich-intime und das urban-pointierte, scherzhafte Salongespräch machen die zwei Seiten des Menschen aus, sie sind unabdingbar und konstitutiv für das Individuum. Kein größerer Gegensatz ließe sich denken zu den aufklärerischen Gesellschaften.
Mit Abscheu blickte Friedrich Nicolai in seinem, 1791 erschienenen Roman ‘Vertraute Briefe von Adelheid B. an ihre Freundin Julie” auf die “bureaux d’esprit”, die Berliner Konkurrenz in Sachen Geselligkeit, und seine Protagonistin Adelheid “haßte diese Gesellschaften, wohin man nur geht, um sich darzustellen.” Ichsüchtig schien dieser vernünftigen Gesellschafterin die gewandte Kunst der “neuesten deutschen Schöngeister”, in deren Umgang sie lediglich “das Exzentrische” sieht, das man sich dort anlege “als wäre es das Festkleid eines großen Genies. Eine Abrechnung mit dem neuen Geselligkeitsstil hatte Nicolai sich vorgenommen und eine Werbeschrift für das aufklärerische Gesprächsideal, das er im Montagsciub, der seit 1749 bestand, verwirklicht sah.
Wie die in den 80er Jahren gegründete Mittwochsgesellschaft war auch dieser freiere Kreis eine Versammlungsstätte für Honoratioren, Beamte und Gelehrte. Auf politische Einflußnahme ausgerichtete Geselligkeit, geschlossene Diskussionsrunde und themengebundene Debatte mit praktischer Zielsetzung, so ließen sich die älteren Kreise charakterisieren. Diese Voraussetzungen angenommen, sah Nicolai zurecht in den romantischen Salons den Verfall der politischen Kultur, weil sie sich dafür nicht interessierten, aber er behauptete auch den Verfall der Geselligkeit, weil diese dort nutzlos, nicht auf andere Zwecke gerichtet war als auf die Bildung des Individuums.” […]

LINK zur QUELLE

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*OPEN SPACE

Das Zentralwerk versteht sich als offener Ort des Austauschs, weshalb auch die Arbeit mit der Nachbarschaft in den Fokus unseres Tuns rücken soll. Das Kabinett sowie das Foyer im Saalgebäude sollen als solch offene Orte entwickelt werden. „Let things develop out of themselves“ ist das Motto, mit dem wir diese Orte zur Mitgestaltung öffnen möchten. Im Kabinett werden Slots für die im Zentralwerk wirkenden Künstler und jene aus dem Stadtviertel bereitstehen, um eigene Ausstellungen zu präsentieren.