Vom Leben singen
Gedenkkonzert
Dresdner Kammerchor
08.11.2026 | 17 Uhr | Henny-Brenner-Saal
Dresdner Kammerchor erinnert an die Pogromnacht von 1938
Mit seinem traditionellen Gedenkkonzert, das in diesem Jahr am Sonntag, den 8. November im Zentralwerk Dresden stattfinden wird, erinnert der Dresdner Kammerchor an die Pogromnacht von 1938. Unter dem Titel „Vom Leben singen“ verbindet das Konzert unter Leitung von Inga Diestel Musik, Zeitzeugnisse und die Stimmen junger Menschen. Damit setzt der Chor ein Zeichen für Erinnerung, Menschlichkeit und Verständigung – in einer Zeit, in der Antisemitismus und gesellschaftliche Spaltung erneut sichtbar werden.
Im Mittelpunkt des Programms stehen Lieder aus dem Deutsch-Jüdischen Liederbuch, das der jüdische Musikwissenschaftler und Kantor Abraham Zvi Idelsohn 1912 herausgab. Die Sammlung vereint hebräische und deutsche Lieder und dokumentiert die musikalischen Verbindungen zwischen jüdischer und deutscher Kultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Deutsche Chorverband hat die Wiederentdeckung des historischen Liederbuchs mit einem internationalen Arrangement-Wettbewerb angestoßen, aus dem neue Chorfassungen hervorgegangen sind. Im Konzert erklingen neben historischen Fassungen neue Arrangements von Henning Wölk, Jutta Michel-Becher, Ohad Stolarz und Jens Klimek, die das überlieferte Liedgut in die Gegenwart weitertragen.
Ergänzt wird das Programm durch den Zyklus Spreuken en citaten des ungarisch-niederländischen Komponisten jüdischer Herkunft Géza Frid. Seine Lebensgeschichte und sein Wirken in den Niederlanden während der NS-Zeit sowie die seltene Aufführung seines Werkes verleihen dem Beitrag im Kontext des Gedenkkonzerts eine besondere Bedeutung. Die musikalischen Beiträge werden durch Lesungen aus den Erinnerungen der Dresdner Zeitzeugin Henny Brenner ergänzt. So verbindet das Programm jüdische Kultur und Geschichte mit persönlichen Erfahrungen und Schicksalen.
Junge Menschen gestalten das Gedenken aktiv mit: Gemeinsam mit dem LöGy Harmony Chor des Lößnitzgymnasiums Radebeul unter der Leitung von Cornelia Matthes und dem Chor des Gymnasiums Coswig unter der Leitung von Fanni Kaufmann bringt der Dresdner Kammerchor verschiedene Generationen zusammen. Die Zusammenarbeit geht dabei über das Konzert hinaus: In Kooperation mit der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden gestalten die Jugendlichen gemeinsam mit dem Dresdner Kammerchor am 9. November auch die dortige Gedenkfeier zur Pogromnacht musikalisch mit. So wird das gemeinsame Erinnern zu einem Dialog zwischen den Generationen, der über den Konzertabend hinaus in die Gegenwart weist.
Das Konzert ist Teil von TACHELES – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026.
Programm:
Lieder aus dem Deutsch-Jüdischen Liederbuch von Zvi Idelsohn (1912)
in historischen Fassungen und neuen Arrangements von Henning Wölk, Jutta Michel-Becher, Ohad Stolarz und Jens Klimek
Géza Frid: Spreuken en citaten
Herman Berlinski: Amen
sowie traditionelle jüdische Lieder
Lesungen aus den Erinnerungen von Henny Brenner
Mitwirkende:
Dresdner Kammerchor
LöGy Harmony Chor des Lößnitzgymnasiums Radebeul, Leitung Cornelia Matthes
Chor des Gymnasiums Coswig, Leitung Fanni Kaufmann
Dirigentin und künstlerische Gesamtleitung: Inga Diestel
Eintritt: 15/12/9/5 Euro
Tickets / Informationen: über Reservix, über office@dresdner-kammerchor.de oder telefonisch unter +49 (0)351 80 44 100
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